B Ü C H E R                A U T O R E N                V E R L A G               

Johann Karl Wezel (1747–1817)

Band 2.2: Robinson Krusoe

Herausgegeben von Wolfgang Hörner und Jutta Heinz
unter Mitarbeit von Jochen Zwick
2016, geb. 326 S., 4 Abb.

59 Euro [D], bei Bezug der Gesamtausgabe 49 Euro [D]

ISBN 978-3-86809-042-0

 

Robinson Crusoe gehört zu den großen und einflussreichen

mythologischen Gestalten der Neuzeit, (so zu Recht Ian Watt). Seine

Überlebensfähigkeit unter widrigsten Naturbedingungen extra

societatem, seine Befähigung zur Aufrechterhaltung kultureller Standards

in intellektuellen und moralischen Bereichen unter naturzuständlichen

Bedingungen, seine Fähigkeit zu Mitlied und Herrschaft gegenüber

Naturvölkern machten den britischen Abenteurer zu einer prägenden

Gestalt im Selbstverständnis der europäischen (auch eurozentrischen)

Moderne.

 

Nicht zufällig ist daher nach Defoes Inauguration und ausnehmend

erfolgreicher Erstveröffentlichung 1719 eine Fülle von Übersetzungen,

Adaptationen und Nachdichtung zu verzeichnen; die ältere Forschung

spricht von europaweit knapp 200 Publikationen mit Referenzen auf

Defoes Robinson. Tatsächlich dürften es weit mehr sein. Zu den

bedeutendsten, weil eigenständigsten Adaptationen dieses modernen

Mythos gehört zweifellos diejenige Johann Karl Wezels, die 1779/1780

erstmals publiziert wurde.

 

In besonders anschaulicher Weise zeigt dieser Robinson Krusoe Wezels

kenntnisreiche Stellung in dieser zentralen politischen Debatte der

Spätaufklärung, innerhalb derer seine, naturalistische Ethik und

utilitaristische Politik keineswegs

allein dasteht. Erst dieser Band und dessen ausnehmend

gelungene Kommentierung lassen erkennen, wie dicht das Netz des

politischen Diskurses der Spätaufklärung gestrickt war und welch

eigenständige Position Johann Karl Wezel darin einnahm.